28.04.2012

Parodontose: Das steckt dahinter!

Was ist eigentlich Parodontitis?

Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. So weit die Definition. Und das sind die Symptome einer Parodontitis:

  1. Zahnfleischbluten (beim Raucher tritt das nicht auf, was diese Krankheit noch heimtückischer macht!)
  2. Tiefe Zahnfleischtaschen (kann man mit einer Spezialsonde messen)
  3. Abbau des Knochens, der die Zähne trägt
  4. Auftreten von harten, dunkelbraunen Belägen auf der Wurzeloberfläche in den Zahnfleischtaschen (und daher nahezu unsichtbar)
  5. Zunehmende Lockerung der Zähne (ist ja klar, wenn weniger Knochen die Zähne tragen muss)
  6. Vereiterungen der Zahnfleischtaschen.

Gut, nun wissen Sie Bescheid – es ist also Zeit für einen Blick in den Spiegel!

Behandlung einer Parodontitis

Diagnostik: Der Zahnarzt untersucht das Gebiss sorgfältig auf Blutungsneigung, misst die Zahnfleischtaschentiefe aus, prüft den Lockerungsgrad der Zähne und erstellt Röntgenaufnahmen. Bei einer besonders rasch fortschreitenden oder besonders hartnäckigen Ausprägung der Erkrankung kann zusätzlich ein mikrobiologischer Test genau die Arten der Bakterien bestimmen, die sich in den Taschen befinden.

Therapieplan

Entscheidend ist eine möglichst optimale Entfernung sämtlicher bakterienbesiedelter Beläge, um den Zahn herum sowohl oberhalb des Zahnfleischsaumes als auch insbesondere in den Zahnfleischtaschen. Dies wird in mehreren, genau aufeinander abgestimmten Behandlungsschritten vorgenommen.

Bei rund 70% aller Parodontitiserkrankungen ist die sogenannte geschlossene Reinigung der Taschen ausreichend. Hierbei werden mit Ultraschall und Handinstrumenten Zahn- und Wurzeloberflächen gründlichst von sämtlichen Belägen befreit. Es ist in der Regel mit keinen oder nur mit minimalen Beeinträchtigungen ein bis zwei Tage nach der Behandlung zu rechnen. Dieser Therapieschritt wird von unseren DHs durchgeführt.

Nach drei bis sechs Monaten entscheidet der Zahnarzt, ob einzelne Taschen mit einem chirurgischen Eingriff nachbehandelt werden müssen. Dies ist dann der Fall, wenn diese Taschen noch eine Tiefe von größer als fünf Millimetern aufweisen und/oder auf Nachmessen bluten. Unterstützend kann Emdogain® eingesetzt werden, welches einen neuen Zahnhalteapparat aufbauen kann.

Nachsorge

Damit der Behandlungserfolg nicht von kurzer Dauer ist, sind zum Erhalt des Ergebnisses regelmäßige engmaschige Nachkontrollen und individualprophylaktische Maßnahmen (professionelle Zahnreinigungen) erforderlich. Durch gründliche Zahnpflege kann der Patient selber entscheidend zum langfristigen Erhalt seines parodontitisfreien Gebisses beizutragen.